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Formate & Technik

Schlauchblister erklärt: Aufbau, Herstellung und Vorteile im Vergleich zum Kartenblister

Von Blisterzentrum Allgäu28. August 20268 Min. Lesezeit
Schlauchblister

Ein Schlauchblister ist ein Verpackungssystem aus einzelnen, perforierten Kunststoffbeuteln, die zu einem durchgehenden Schlauch verbunden sind und je Einnahmezeitpunkt individuell bedruckt werden. Er eignet sich besonders für Apotheken mit ambulanter Heimversorgung und für Patienten mit vielen Einnahmezeitpunkten pro Tag, weil sich einzelne Beutel unterwegs mitnehmen lassen.

Welches Format und welcher Ablauf zur eigenen Patientenstruktur passen, klärt sich am schnellsten im kostenlosen Beratungsgespräch.

Was ist ein Schlauchblister?

Ein Schlauchblister, auch Schlauchbeutelblister oder Pouch-Blister genannt, ist ein Verpackungssystem für die patientenindividuelle Arzneimittelversorgung. Einzelne Kunststofffolienbeutel werden maschinell befüllt, versiegelt und durch Perforationen zu einem langen Schlauch aus Einzelportionen verbunden, der aufgerollt in einer Blisterbox gelagert und Beutel für Beutel entnommen wird.

Jeder Beutel eines Schlauchblisters enthält genau die Tabletten und Kapseln, die ein Patient zu einem bestimmten Zeitpunkt einnehmen soll. Auf der Folie jedes einzelnen Beutels sind folgende Angaben aufgedruckt:

  • Patientenname
  • Einnahmetag und Tageszeit, zum Beispiel Montag morgens
  • Name jedes enthaltenen Arzneimittels
  • Dosierung und Darreichungsform
  • Optionale Zusatzinformationen wie Einnahmehinweise oder Aussehen der Tabletten

Zur Einnahme wird der passende Beutel an der Perforation abgetrennt und aufgerissen, ohne dass Pflegekraft oder Patient selbst sortieren müssen. Das Blisterzentrum Allgäu ist ein Lohnverblisterungs-Dienstleister für Apotheken mit Heimversorgungsvertrag: Es übernimmt die patientenindividuelle Verblisterung fester oraler Arzneimittel für Pflegeheime und ambulante Pflegedienste und arbeitet dabei ausschließlich mit Schlauchblister-Technologie, GMP-zertifiziert im Reinraum. Geliefert wird GDP-konform mit eigenem Fuhrpark bundesweit, unabhängig davon, ob die versorgte Apotheke im Allgäu, in Heidelberg oder anderswo in Deutschland liegt.

Wie wird ein Schlauchblister hergestellt?

Die Produktion eines Schlauchblisters läuft in professionellen Blisterzentren maschinell unter GMP-zertifizierten Bedingungen im Reinraum ab und gliedert sich in vier Schritte.

  • Entblisterung: Arzneimittel werden aus Originalverpackungen entnommen; ab diesem Moment sind sie nicht mehr durch die Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt
  • Befüllung: Ein Blisterautomat sortiert nach digitalem Medikationsplan in Beutel, getrennt nach Patient, Wochentag und Einnahmezeitpunkt. Laut Herstellerangaben marktüblicher Blisterautomaten schaffen moderne Anlagen 25 bis 40 Patientenblister pro Stunde
  • Versiegelung und Bedruckung: Jeder Beutel wird thermisch versiegelt und individuell bedruckt, die Folie schützt vor Feuchtigkeit und Licht
  • Qualitätskontrolle: Jeder Blister durchläuft eine optische und gravimetrische Prüfung mit Kamera und Waage gegen den Soll-Medikationsplan. Beim Blisterzentrum Allgäu liegt die Fehlerquote nach dieser Prüfung eigenen Angaben zufolge unter 0,05 Prozent

Schlauchblister vs. Kartenblister: Was unterscheidet die beiden Formate?

Ein Kartenblister ist ein aufklappbares Blistersystem mit festen Fächern, die laut gängigen Herstellerangaben zu Kartenblistersystemen meist auf vier bis fünf Einnahmezeitpunkte pro Tag begrenzt sind, ähnlich einer klassischen Dosierbox. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede zum Schlauchblister:

KriteriumSchlauchblisterKartenblister
FormatEinzelbeutel an perforiertem Schlauch, aufgerollt in BoxAufklappbare Karte mit festen Fächern
Einnahmezeitpunkte pro TagUnbegrenztMeist auf 4 bis 5 begrenzt
BedruckungJeder Beutel einzeln bedrucktGesamtkarte beschriftet, Fächer meist unbeschriftet
Ambulante PflegeSehr gut geeignet, Beutel einzeln mitnehmbarWeniger praktisch, ganze Karte muss mit
Stationäre PflegeGut geeignetGut geeignet, übersichtlicher Wochenblick
Schutz nach ÖffnungNur der entnommene Beutel ist offenRestliche Karte bleibt exponiert
Auf den Punkt

Unsicher, welches Format zur eigenen Heimversorgung passt? Im kostenlosen Beratungsgespräch prüft das Blisterzentrum Allgäu anhand der Patientenstruktur, ob Schlauch- oder Kartenblister die passende Lösung für die Apotheke ist.

Welche Vorteile bietet der Schlauchblister?

Der Schlauchblister bietet gegenüber dem Kartenblister mehrere handfeste Vorteile für die tägliche Praxis in Apotheke und Pflege:

  • Flexibilität bei Einnahmezeitpunkten: beliebig viele pro Tag abbildbar, wichtig bei komplexer Polymedikation wie zeitkritischer Parkinson-Medikation
  • Eignung für ambulante Pflege: Die Pflegekraft kann einzelne Beutel für den Hausbesuch mitnehmen
  • Individuelle Bedruckung pro Beutel: Jeder Beutel ist eindeutig Patient, Medikament, Dosierung und Zeitpunkt zuordenbar
  • Platzsparende Lagerung: Aufgerollt in der Blisterbox weniger Stauraum als Kartenblister-Stapel
  • Schutz bis zur Einnahme: Nur der entnommene Beutel ist Licht und Feuchtigkeit ausgesetzt

Wann ist ein Kartenblister die bessere Wahl?

Ein Kartenblister ist die bessere Wahl, wenn Patienten selbst aus einer aufgeklappten Karte entnehmen und von der visuellen Wochenübersicht profitieren, oder in stationären Einrichtungen mit Personalkontrolle und Wochenüberblick pro Bewohner. Kartenblister sind laut gängigen Herstellerangaben meist auf vier bis fünf feste Einnahmezeitpunkte pro Tag ausgelegt; bei mehr Einnahmezeitpunkten pro Tag oder bei ambulanter Versorgung stößt das Format an seine Grenzen.

Worauf sollten Apotheken bei der Wahl achten?

Bei der Entscheidung zwischen den beiden Formaten helfen vier Kriterien:

  • Patientenstruktur: Bei überwiegend ambulanter Pflege ist der Schlauchblister fast immer passender
  • Komplexität der Medikation: Ab mehr als 5 Einnahmezeitpunkten pro Tag, dem für Kartenblister laut gängigen Herstellerangaben üblichen Fächer-Limit, ist der Schlauchblister strukturell überlegen
  • Logistik: Schlauchblister in Blisterboxen sind kompakter zu lagern und zu transportieren
  • Anbindung an digitale Systeme: Die Kompatibilität mit eRezept und digitalem Medikationsplan ist bei modernen Schlauchblister-Anlagen in der Regel gegeben

Fazit

Für Apotheken mit ambulanter Heimversorgung ist der Schlauchblister in aller Regel die praktikablere Wahl, weil er beliebig viele Einnahmezeitpunkte abbildet und einzelne Beutel unterwegs mitnehmbar bleiben. Der Kartenblister behält seine Berechtigung dort, wo Patienten selbst entnehmen und von der Wochenübersicht profitieren. Das Blisterzentrum Allgäu setzt bei der eigenen Produktion ausschließlich auf Schlauchblister-Technologie: Jeder Beutel wird individuell bedruckt, maschinell geprüft und mit eigenem GDP-zertifiziertem Fuhrpark an die Apotheke oder Pflegeeinrichtung geliefert.

Häufig gestellte Fragen

Ein Schlauchblister ist ein Verpackungssystem für die patientenindividuelle Arzneimittelversorgung. Er besteht aus einzelnen, perforierten Kunststoffbeuteln, die zu einem Schlauch verbunden sind. Jeder Beutel enthält die Medikation für einen bestimmten Einnahmezeitpunkt und ist mit Patientenname, Medikament, Dosierung und Tageszeit bedruckt.

Der Schlauchblister besteht aus einzelnen Beuteln an einem perforierten Schlauch und bildet unbegrenzt viele Einnahmezeitpunkte pro Tag ab. Der Kartenblister ist eine aufklappbare Karte mit festen Fächern, meist auf vier bis fünf Einnahmezeitpunkte begrenzt. Der Schlauchblister eignet sich besser für ambulante Pflege, der Kartenblister bietet eine bessere visuelle Wochenübersicht.

Nein. Feste orale Arzneiformen wie Tabletten und Kapseln sind in der Regel verblisterfähig. Ausgeschlossen sind flüssige Arzneimittel, Suppositorien, Brausetabletten, stark feuchtigkeits- oder lichtempfindliche Präparate und Betäubungsmittel. Die Prüfung der Verblisterfähigkeit ist Teil der pharmazeutischen Leistung der Apotheke.

Ja. Die Auslieferung erfolgt mit eigenem, GDP-zertifiziertem Fuhrpark bundesweit und ist nicht auf die Region um den Firmensitz im Allgäu beschränkt.

Das Blisterzentrum Allgäu arbeitet ausschließlich mit Schlauchblister-Technologie. Die Produktion erfolgt GMP-zertifiziert im Reinraum mit automatisierter Qualitätskontrolle. Jeder Beutel ist individuell bedruckt und bis zur Einnahme versiegelt.

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